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Der Waldritter e.V. hat spezielle Waldritter-Spiele für Suchtpräventionsmaßnahmen konzipiert. Die Zielsetzung bei diesen Spielen ist in erste Linie die Stärkung der sozialen Kompetenz. Es werden der Zusammenhalt in Gruppen, die Stärkung des Einzelnen, gegenseitiges Respektieren und Unterstützen eingeübt.
Bericht einer Waldritter-Suchtpräventions-Maßnahme
Die Fachstelle für Suchtprävention des Suchthilfezentrums Gießen hat gemeinsam mit dem Waldritter e.V. in den Sommerferien 2009 fünf Spiele für insgesamt über 100 Kinder und Jugendliche veranstaltet. Eingebaut in ein fantastisches Abenteuer wurden die Kinder und Jugendlichen mit Situationen konfrontiert, um ihr Verhalten im Umgang mit und der Abwehr von Süchten zu stärken.
Für die jüngeren Teilnehmerinnnen und Teilnehmer bis zehn Jahre stand dabei die Stärkung der sozialen Kompetenz im Vordergrund. Die Mädchen und Jungen wurden im Rahmen der Spiele vor Situationen gestellt, die sie selbst lösen mussten. Naheliegende Lösungswege sowie kreative Alternative standen dabei stets gleichberechtigt nebeneinander. Die Kinder sollten selbst Lösungsstrategien entwickeln und aus den Konsequenzen ihres eigenen Handelns Schlüsse ziehen und lernen.
Für die jugendlichen Teilnehmergruppen wurde das Thema Suchtprävention konkreter angegangen. Auf einer Schatzsuche begegneten die Jugendlichen einem betrunkener Kartografen, von dem sie eine Karte zum Schatz benötigten. Im Gespräch mit dem Kartografen stellte sich heraus, dass dieser offensichtlich Alkoholabhängig war und die Karte nur gegen neuen Alkohol herausgeben wollte. Nach langen Gesprächen und Verhandlungen, bei denen die Jugendlichen schließlich die Geschichte hinter der Sucht des Kartografen erfuhren, entschieden sie sich dazu, ihm einen Schwur abzunehmen. Der Kartograf sollte einen großen Anteil vom Schatz bekommen, sich von dem Gold allerdings kein Alkohol, sondern ein neues Haus und Einrichtung dafür kaufen. Dem Kartografen hatten finstere Unholde nämlich sein ganzes Haus niedergebrannt, so dass er nun auf der Straße saß. Da er mit dieser Situation nicht umgehen konnte und keine Hilfe von Freunden erhielt, griff er zur Flasche. Zwar lässt sich mit einem Schwur das Problem seiner Krankheit nicht lösen, doch konnte dies bereits als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden.
Neben den ernsteren Teilen der Spiele gab es viele Bewegungseinheiten mit Schwertkämpfen, Hindernisparcours und Spinnennetzen, die es zu durchqueren galt.
Die Rückmeldungen der Jugendlichen und Kinder waren äußerst positiv. Viele waren nun zum ersten mal bewusst mit dem Problem Sucht konfrontiert worden und ärgerten sich darüber, kein Patentrezept gegen die Suchtkrankheit in der Tasche zu haben. Zwar können Suchtpräventions-Live-Rollenspiele die etablierten Formen der Suchtprävention nicht ersetzen, bieten jedoch eine sinnvolle und vor allem praxisnahe Ergänzung zu üblichen Suchtpräventionsmaßnahmen.
Diese Zusammenarbeit des Waldritter e.V. mit der Fachstelle für Suchtprävention zeigen, wie vielfältig Waldritter-Spiele zu unterschiedlichen Lern- und Bildungszwecken eingesetzt werden können.
Bisherige Suchtpräventions-Spiele
- Projekttage am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium in Siegen (22. - 24. Juni 2009)
- Suchtpräventionsspiel für die Gemeinden Bibertal und Heuchelheim für 6-10jährige in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (14. Juli 2009)
- Suchtpräventionsspiel für die Gemeinden Bibertal und Heuchelheim für 10-14jährige in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (14. Juli 2009)
- Suchtpräventionsspiel in Busek in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (15. Juli 2009)
- Suchtpräventionsspiel in Lich in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (16. Juli 2009)
- Suchtpräventionsspiel in Wettenberg in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (17. Juli 2009)
- Suchtpräventionsspiele im Kreis Gießen in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention des SHZ in Gießen (12.-16. Juli 2010)
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