Das Weltbild von Jugendlichen, die mit rechtsextremen Milieus sympathisieren, ist geprägt von
Narrativen, die auf Heldenkult (“der aufrechte, treue, mutige Kämpfer”) und Gründungsmythen
(“tausendjähriges Reich, Germanenerbe, Blut und Boden-Motivik”) basieren. Eine Identifikation durch
passende Symbole (“Runen, Zeichen und Codes”) stärkt die Gruppenzugehörigkeit. Ziel des Projekts „Aktiv gegen Rechts” ist es, für die oben skizzierte Zielgruppe Bildungs-Liverollenspiele zu entwickeln und durchzuführen, die sich thematisch an diese emotional geprägten Bilderwelten (“Wikinger”, “Kelten”, “militärische Endzeitszenarien”) anlehnen, im Verlauf der Veranstaltungen die zugehörigen Helden- und Geschlechterrollen jedoch kritisch hinterfragen. In designten Spielsituationen kommt es zu Dilemmasituationen, die das “Held sein” kritisch hinterfragen und Perspektiven von Mitleid, Verzweiflung und Unmenschlichkeit in den Vordergrund rücken. Die Übertragung erfolgt in ausführlichen Reflexionenseinheiten.

Es werden jährlich drei aufwändige Bildungs-Liverollenspiel- bzw. Alternate-Reality-Veranstaltungen durchgeführt, welche die Themenfelder “Heldentum”, „völkische Gründungsmythen“ und “Kampf um für das Wohl des Volkes (um Blut und Boden)” kritisch hinterfragen. Zu jeder aufwändigen Veranstaltung finden themenorientierte Workshops mit jugendlichen Teilnehmenden statt, um Inhalt, Ausstattung, Location und Story vorzubereiten. Nach und nach wird hier eine pädagogische Beziehung zu den Teilnehmenden aufgebaut, wo durch sie in der Folge besser betreut und zum kritischen Hinterfragen ihrer Weltsicht angeregt werden. Zu jeder aufwändigen Veranstaltung findet ein Reflexionsworkshop zur Auswertung und Evaluation der Ergebnisse mit den jugendlichen Teilnehmenden statt. Die Erlebnisse werden so auf ihre Lebenswirklichkeit übertragen. Jährlich werden zehn Drama-Game-Tage zum Thema mit Kooperationspartner*innen aus dem Bildungs- oder Liverollenspiel-Netzwerk durchgeführt, welche die Themen der aufwändigen Veranstaltungen und ihrer Workshops aufgreifen und in kürzeren, szenischen Bearbeitungen behandeln. Vorbereitend und begleitend zu den Veranstaltungen werden Fachtagungen mit externen Referent*innen durchgeführt.

 

Das Projekt wird als Modellprojekt gefördert im Programm Demokratie leben! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und kofinanziert von der Bundeszentrale für politische Bildung.