Das Projekt „Digitale Spielräume“ widmet sich den Möglichkeiten, mit den Mitteln der „neuen Normalität“ interaktive Darstellungs- und Erzählmöglichkeiten auszuloten. Zu diesem Zweck begegnen sich Theatermacher*innen, Live-Rollenspiel-Organisator*innen, Autor*innen und andere spielfreudige Menschen jeden Alters in einem partizipativen (Online-) Werkstatt-Format, um die Grenzen und Chancen von Zoom, Discord etc. auf ihre Möglichkeit hin zu überprüfen, damit Geschichten zu erzählen. Dort nehmen wir uns Zeit für die kreative Nutzung der medialen Tools und experimentieren mit Raum, Ton, Video und suchen nach digitalen Allegorien für unsere analoge Welt. Die Ergebnisse dieser Werkstatt-Begegnungen sammeln wir in Form von kurzen „Nuggets“ (Ideensammlungen, Spiele, Impulse, Kurz-Videos) zu einem gemeinsamen Wissenspool zusammen, den die Teilnehmenden mit in ihren digitalen Alltag und ihre eigene Arbeit nehmen können.

Zielsetzung

Gemeinsam mit Akteuren aus Theater, Spiel und Bildung nähern wir uns der Tatsache, dass die durch Corona aufgezwungene „neue Normalität“ auch eine Chance ist, neue Formen zu entdecken, sich künstlerisch auszutauschen und Geschichten neu zu erzählen.

Wir versuchen, ein Verständnis zu entwickeln, wie sich mit der Nutzung der Online-Tools auch Seh- und Rezeptionsgewohnheiten verändern und wie wir diese Erwartungen positiv für unsere Meetings oder unser Storytelling verwenden können. Wir versuchen zu extrahieren, was wir üblicherweise von Theater-, Film- oder Rollenspielinszenierungen erwarten, welche Aspekte davon wir nutzen können und welche nicht, um auf diese Weise eine neue „Sprache“ zu entwickeln, die letztlich auch unser eigenes „digitales Selbst“ in Frage stellt.

In einer kreativen Werkstattumgebung soll dabei eine Art „Handwerkszeug“ entwickelt werden, die uns eine fortgeschrittene Nutzung der neuen Medien ermöglicht und die neue Optionen ermöglicht, wie wir uns Themen erschließen oder wie wir Menschen erreichen können, die man auf konventionelle Art weniger erreichen würde.

Digitale Werkstatt

Das Projekt „Digitale Spielräume“ soll vor allem aus einer partizipativ angelegten Reihe von (Online-)Workshops bestehen, die sich der Möglichkeit widmen, wie man Geschichten inszeniert, Meetings inspirerend gestaltet oder kooperativ erzählt, wenn dazu nur die digitalen Alltagstools zur Verfügung stehen – also Vidokonferenztools, Chat, Messenger, Webtools und sogenannte soziale Medien. Die dabei entstehenden „Nuggets“, also Szenen, Spiele, Ideensammlungen und Impulse für Onlinebegegnungen, sammeln wir in einer gemeinsamen Schatzkiste, aus der wir uns nach den Events reichlich schöpfen können. Durch die Kooperation mit verschiedenen (Rollen-)Spielevents und -festivals können die entstandenen Schätze auch direkt ausprobiert und verbreitet werden.

Einführungsabende – Mo. 7. und Fr. 11. Juni – je 20 bis 21.30 Uhr

An zwei identisch aufgebauten Abenden im Juni laden wir Euch ein, das Projekt, seine Inhalte und die beteiligten Personen kennen zu lernen.

Werkstattwochenenden – 25.-27.Juni, 10.-12. September und 19.-21. November

Eine spielerische Auseinandersetzung mit digitalen Möglichkeiten und Räumen braucht ausreichend Zeit und einen Rahmen, der einerseits offen genug für Experimente und persönliche Interessen ist, andererseits aber auch ein organisatorisches und inhaltliches Grundgerüst bietet, um sich daran zu orientieren. Deshalb haben wir als ersten Anhaltspunkt drei Werkstatt-Wochenenden festgelegt, an welchen wir uns jeweils von Freitag nachmittag bis Sonntag nachmittag einen experimentellen Online-Raum schaffen wollen. Inhaltlich sollen die Werkstattwochenenden vorrangig einen aktiven, praktischen Charakter haben – das gemeinsame Machen und Ausprobieren soll also den Vorrang vor theoretischen Gesprächen bekommen.

An jedem Werksatt-Wochenende wollen wir uns ein paar technische (Spiel-)Möglichkeiten erschließen und Euch eine Einführung in die Funktionsweise verschiedener Tools geben – angedacht sind zB. Videokonferenztools wie Zoom, Jitsi, BigBlueButton, Skype, etc; räumliche Visualisierungen von Begegnung wie Spatial Chat oder Gather.Town; Social Media Kanäle wie Instagram, WhatsApp oder Telegram; „Foren“ wie Discord, YouTube, Twitch oder Facebook und verschiedene technische Tools wie OBS, StopMotion oder Comicanwendungen, Online-Votings oder Co-Working-Tools.

Mit den Tools erarbeiten wir uns dann in Kleingruppen bestimmte praktische Aufgaben oder Vorgaben, zB: „Versuche, mit dem Tool „Unbehagen“ zu erzeugen.“, „Erzähle das Märchen „Rotkäppchen“ interaktiv“ oder „wie können wir einen „Underground“-Look erzeugen?“. Die Ergebnisse stellen wir uns vor, probieren aus, entwickeln weiter, sammeln gute Ideen und überlegen, was man einsetzen könnte, um zB. klassische Meetings, Online-Treffen oder kleine Games zu gestalten oder zu bereichern. Als Ergebnis dieser Wochenenden könnten zB. kleine interaktive Games entstehen, Ideensammlungen, spielerische Einführungen in digitale Tools oder kleine Tutorial-Videos.

Wir verstehen die Werkstatt-Wochenenden als aufeinander aufbauende Reihe von Veranstaltungen, dh. digitale Tools, welche im ersten Workshop eingeführt und erprobt wurden, werden in den darauffolgenden Veranstaltungen nicht erneut umfassend erklärt. Auch inhaltlich wollen wir gemeinsam ausprobieren und miteinander voneinander lernen – dazu wäre es sinnvoll, eine stetige Gruppe von Werkstatt-Teilnehmenden zu bilden, die an allen drei Wochenenden zusammen kommt. Wir versuchen dann jeweils die Wochenenden zeitlich so zu gestalten, wie es für die meisten Teilnehmenden sinnvoll ist und tägliche Start- und Endzeiten (auch von Kleingruppenphasen) so zu legen, dass parallel auch mal ein Spaziergang mit dem Hund, das Abendessen mit der Familie oder ein späterer morgendlicher Start möglich sein werden. Es ist auch möglich, nur an einem oder zwei Wochenenden teilzunehmen, falls dies terminlich nicht anders möglich ist – und wir werden ja auch viele Ergebnisse dokumentieren – wir werden jedoch wenig Zeit für Wiederholung oder Erklärung, was bereits gemacht wurde, einplanen.

Thematisch sind folgende Schwerpunkte der Werkstattarbeit angedacht:

  • Raum“ – Was ist der „Spiel- oder Erfahrungsraum“ und wie können wir ihn gestalten? Gibt es „Zuschauer“ oder sind alle „Mitspielende“?
  • „Text, Ton und Sprache“ – Wie findet Sprechen, Dialoge, Monologe (fest, improvisiert) statt?
  • „Allegorien“ – Objekte, Symbole, Metatechniken

Angesichts der akktuellen Corona-Situation planen wir derzeit vor allem Online-Elemente – mit dem Kreativ.Campus in Herten stehen aber auch Räume, Kostüme, Licht- und Tonanlage für Vor-Ort-Experimente oder Hybridformen (zB mit sich lokal treffenden Kleingruppen) zur Verfügung.

Dokumentation, Abschlussabend und Ergebnissammlung (10. Dezember, ab 19 Uhr)

Als „offizieller Abschluss“ der Digitalen Spielräume besteht am Abend des 10. Dezember die Möglichkeit, sich für die gemeinsame Arbeit zu feiern, Ergebnisse zu präsentieren, Adressen zu tauschen, weitere Projekte zu vereinbaren und vieles mehr. Ein Abend, um zusammen zu kommen und sich nochmal wohlwollend in Erinnerung zu rufen, wohin uns die gemeinsame Reise geführt hat.

Und außerdem?

Es ist uns vor allem wichtig, einen Rahmen zu schaffen, wo man miteinender ausprobieren, erleben und lernen kann. Bei Bedarf ist es natürlich möglich, weitere Räume zu gestalten, an denen sich die Teilnehmenden treffen können. Denkbar wären zB. ein regelmäßiger monatlicher „Online-Treff“, um sich auch in der Zeit zwischen den Werkstätten austauschen zu können.

Durch die personelle Verschränkung von Personen des Teams besteht zudem die Möglichkeit, kurze Larp-Konzepte auf dem „Larpwriter Summercamp“ zu entwickeln, was in den Sommerferien (6.-15.8.) stattfindet oder beim Edu-Larp Netzwerk-Treffen oder am „Drama Games Festival“ (zusammen 15.-19.12.) Spiele oder Ergebnisse zu präsentieren.

Kontakt und Preis

Um am Projekt teilzunehmen, fülle bitte kurz dieses Anmeldeformular aus.

Für Rückfragen schicke kurz eine Mail an: Dennis Lange

Dank einer Förderung des Fonds Soziokultur aus dem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) „NEUSTART KULTUR“ können wir diese Veranstaltung kostenfrei anbieten.